Wirtschaft

Landkreis Börde blickt mit RegioStrat auf die Zukunft: „Ländlicher Raum und technologische Spitzenklasse sind keine Gegensätze“

Summer Meeting in Hundisburg verbindet strategische Regionalentwicklung mit einer Vision für den Landkreis Börde im Jahr 2040

Wie sieht der Landkreis Börde im Jahr 2040 aus? Wie werden die Menschen wohnen, arbeiten und leben? Und wie kann die Region den tiefgreifenden Wandel zwischen Bergbaufolgelandschaften, Landwirtschaft, demografischer Entwicklung und neuen High-Tech-Ansiedlungen aktiv gestalten? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des diesjährigen Summer Meetings des Landkreises Börde am 19. August in der Alten Ziegelei Hundisburg.

Unter dem Titel „Zukunftsregion Landkreis Börde – Verflechtungsraum zwischen Bergbau und High-Tech“ brachte der Landkreis Vertreterinnen und Vertreter aus Bundes- und Landespolitik, Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis zusammen. Im Mittelpunkt stand das Modellvorhaben RegioStrat, mit dem der Landkreis seine strategische Regionalentwicklung für die kommenden Jahre neu ausrichtet.

Landrat Martin Stichnoth machte zur Eröffnung deutlich, dass die Zukunft des Landkreises nicht allein durch übergeordnete politische Entscheidungen bestimmt werde: „Die Zukunft des Landkreises Börde passiert nicht einfach so. Sie wird nicht in Berlin oder Brüssel entschieden. Sie wird hier und heute von uns allen gemeinsam entschieden und gestaltet.“

Auch Dr. Lydia Hüskens, Ministerin für Infrastruktur und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, stellte in ihrem Grußwort die Frage in den Mittelpunkt, wie Infrastruktur- und Regionalentwicklung auf kommunaler Ebene den Wandel im ländlichen Raum unterstützen kann.
 

Landkreis Börde als eine von zwölf Modellregionen bundesweit

Mit besonderem Stolz verwies der Landrat auf den Erfolg im bundesweiten Wettbewerb des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Der Landkreis Börde gehört zu lediglich zwölf ausgewählten Regionen, die im Zeitraum von 2026 bis 2028 am Modellvorhaben RegioStrat teilnehmen. Damit verbunden ist eine Bundesförderung in Höhe von 450.000 Euro.

„Dass die Wahl auf die Börde fiel, ist kein Zufall“, betonte Stichnoth. Das Leitmotiv „Zukunftsregion Landkreis Börde – Verflechtungsraum zwischen Bergbau und High-Tech“ beschreibe die besondere Ausgangslage der Region. RegioStrat biete die Möglichkeit, die strategischen Weichen für die nächsten 15 Jahre zu stellen und dabei bewusst über klassische Verwaltungs- und Gemeindegrenzen hinauszudenken.

Projektleiter Danny Schonscheck stellte den aktuellen Stand des Strategischen Regionalen Entwicklungskonzeptes (SREK) vor. Ziel ist es, die verschiedenen Handlungsfelder der Regionalentwicklung – unter anderem Daseinsvorsorge, Wohnen, Infrastruktur und Mobilität – stärker miteinander zu verzahnen.
 

Vision 2040: Innovation und Lebensqualität miteinander verbinden

Bezahlbarer Wohnraum, nachhaltige Lebensqualität und moderne Arbeitswelten sollen zusammengedacht werden. Familien sollen im Landkreis ihren Lebensmittelpunkt finden, während Digitalisierung und neue Arbeitsformen eine enge Verbindung zwischen Wohnen und Arbeiten ermöglichen.

Auch die Daseinsvorsorge soll im Jahr 2040 flächendeckend, digital unterstützt und verlässlich funktionieren. Telemedizin, mobile Praxismodelle und innovative Versorgungskonzepte könnten dazu beitragen, dass medizinische Angebote auch in ländlichen Räumen gut erreichbar bleiben.

Für die Mobilität entwirft RegioStrat das Bild eines bedarfsgesteuerten, digital organisierten und weitgehend emissionsfreien öffentlichen Verkehrs. 
 

Starke Partner als Schlüssel für die Transformation

Das Summer Meeting zeigte zugleich, dass die Umsetzung dieser Vision nur in einem starken regionalen Netzwerk gelingen kann. Neben dem Landkreis waren Kommunen, die Regionale Planungsgemeinschaft, Landesbehörden, Unternehmen, Wissenschaftseinrichtungen und weitere Praxispartner beteiligt.

Die Fachbeiträge des Tages machten die Bandbreite der Herausforderungen und Lösungsansätze deutlich. Neben der strategischen Regionalentwicklung standen unter anderem der öffentliche Personennahverkehr, die medizinische Versorgung im ländlichen Raum, mobile Arztpraxen, autonome Mobilität und Logistik, Drohnen und physische Künstliche Intelligenz sowie digitale Anwendungen und das Galileo-Testfeld Sachsen-Anhalt auf der Tagesordnung.

Auch der Entwicklungsstand des Lappwaldsees wurde vorgestellt. Damit wurde die Verbindung zwischen den unterschiedlichen Facetten der regionalen Transformation sichtbar: von der Bewältigung des Strukturwandels über die Sicherung der Daseinsvorsorge bis hin zur Nutzung neuer technologischer Möglichkeiten.
 

RegioStrat als gemeinsamer Prozess

Das Summer Meeting verstand sich dabei ausdrücklich nicht als reine Bestandsaufnahme. Vielmehr sollte der Austausch den nächsten Schritt des RegioStrat-Prozesses vorbereiten.

„Wir haben die Vision, wir haben die klugen Köpfe, und dank RegioStrat und unseren starken Partnern haben wir die passenden Werkzeuge“, so Landrat Stichnoth.

In den kommenden Jahren soll diese Zusammenarbeit weiter intensiviert werden. Der Landkreis Börde will gemeinsam mit seinen Partnern konkrete Projekte entwickeln und die strategischen Grundlagen dafür schaffen, dass die Region auch unter den Bedingungen des demografischen, wirtschaftlichen und technologischen Wandels lebenswert, leistungsfähig und zukunftssicher bleibt.

Die Alte Ziegelei Hundisburg bot für das Summer Meeting dafür einen passenden Rahmen: Ein historischer Ort industrieller Produktion wurde zum Schauplatz für die Frage, wie die nächste Generation regionaler Entwicklung aussehen kann.

 

Last update: 26.08.2026 16:07 Uhr