Der Aller-Ohre-Verein, Geschichtsverein der Region Haldensleben und Förderverein des Kreis- und Stadtarchivs sowie des Museums Haldensleben, lädt am nächsten Montag, dem 16. Februar 2026, um 19.00 Uhr, zu seinem ersten Vortragsabend unter dem Titel "Das Megalithgrab auf dem Küsterberg" in das Museum Haldensleben am Breiten Gang ein. Den Vortrag hält Dr. Christoph Rinne vom Institut für Ur- und Frühgeschichte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Anmeldung offen für alle Interessierten.
16.02.2026 ab 19:00 Uhr
Das Megalithgrab auf dem Küsterberg
Details
Das in der Gemarkung Hundisburg liegende Hünengrab wurde zwischen 2009 und 2025 jüngst erforscht, rekonstruiert und der Öffentlichkeit neu zugänglich gemacht. Das Projekt war eingebettet in einer Maßnahme zur frühen Monumentalität und sozialen Differenzierung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Außer Dr. Christoph Rinne waren vier weitere Wissenschaftler beteiligt. Neben zahlreichen Fachbeiträgen entstanden zwei separate Publikationen.
Das Vorhaben war nur mit breiter Unterstützung vor Ort umsetzbar. Beteiligt waren neben dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt in Halle an der Saale, die Stadt Haldensleben, das Schloß Hundisburg, die ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger der Region, die Mitglieder der "Jungen Archäologen der Altmark, die zuständige Gebietsreferentin für Archäologie (Altmark und Börde) Frau Dr. Barbara Fritsch und das Museum Haldensleben.
Die Grabanlage gehört zum größten geschlossenen Großsteingräbergebiet Mitteleuropas, der Historischen Quadratmeile. Letztere ist seit dem Beitritt der Stadt Haldensleben 2023 Teil der europäischen Kulturstraße "Megalithic Routes". 2025 widmete der Aller-Ohre-Verein und das Museum zahlreiche Veranstaltungen diesem Großsteingrab. In Zusammenarbeit mit den Briefmarkenfreuden von Haldensleben entstanden unter anderem mehrere Schmuckumschläge und Sonderbriefmarken.
Das Großsteingrab "Küsterberg" wurde vor circa 5500 Jahren während der Jungsteinzeit errichtet und über 500 Jahre lang für Bestattungen genutzt. Die Anlage entstand auf einer künstlich abgeflachten Kuppe und barg eine Grabkammer mit Zugang auf der südlichen Längsseite. Die Kammer bestand ursprünglich aus 19 Wandsteinen, die sieben Decksteine stützten. Im Innenbereich konnte ein Bodenpflaster nachgewiesen werden. Auf der Südseite erstreckte sich ein gepflasterter, annähernd halbkreisförmiger Vorplatz. Die einstmals 16 Umfassungssteine schlossen einen Hügel ein.
Dr. Christoph Rinne wird neben der Beschreibung des Bodendenkmals und des jüngsten Forschungs- und Rekonstruierungsprojektes die Grabanlage in Ihrer Bedeutung innerhalb der Historischen Quadratmeile einordnen und verschiedene Heimatforscher, die sich um den Erhalt des Grabes verdient gemacht haben, vorstellen.
Auf einen Blick
Breiter Gang
39340 Einheitsgemeinde Haldensleben, Stadt