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Sprachbarrieren im Notruf überwinden: Landkreis Börde führt KI-gestützte Übersetzungslösung ein

Der Landkreis Börde sorgt dafür, dass im Notfall jeder Mensch schnell und zuverlässig Hilfe bekommt, unabhängig davon, welche Sprache er spricht. Mit der Einführung der KI-gestützten Übersetzungslösung e*loquentia treibt die Integrierte Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst in Haldensleben die Modernisierung konsequent voran. Das System erkennt fremde Sprachen automatisch und übersetzt sie in Echtzeit, damit im Ernstfall keine Information verloren geht.

Sprachvielfalt im Notruf: Herausforderung und Lösung

Als Region mit starkem Transitverkehr, unter anderem über bedeutende Verkehrsachsen wie die Bundesautobahnen A2 und A14, ist der Landkreis Börde regelmäßig mit Notrufen von Menschen konfrontiert, die kein oder nur wenig Deutsch sprechen. Insbesondere internationale Lkw-Fahrer oder Reisende stellen Leitstellen immer wieder vor kommunikative Herausforderungen. Sprachbarrieren können dabei zu Verzögerungen, Missverständnissen oder unvollständigen Lagebildern führen, mit potenziell kritischen Auswirkungen auf die Einsatzkoordination.

Mit e*loquentia steht der Leitstelle nun ein speziell für den Einsatz im Notruf entwickeltes System zur Verfügung, das die Sprache des Anrufers direkt erkennt, verarbeitet und übersetzt. Die Lösung ermöglicht klare Verständigung auch unter schwierigen Bedingungen, etwa bei undeutlicher Aussprache, Sprachwechseln oder Hintergrundgeräuschen. 

Im Einsatz unterstützt das System die Disponenten direkt im Gespräch: Gesprochene Inhalte werden automatisch in Text umgewandelt und auf Deutsch dargestellt. Antworten können flexibel als Freitext formuliert oder über hinterlegte Textbausteine erstellt und unmittelbar in die Sprache des Anrufers übersetzt werden. Die inhaltliche Beurteilung und alle Entscheidungen liegen dabei stets beim Disponenten. Die KI unterstützt ihn durch automatische Spracherkennung und Übersetzung.

Im Unterschied zu frei verfügbaren Übersetzungstools erfüllt e*loquentia dabei höchste Anforderungen an Datenschutz und IT-Sicherheit. Alle Gespräche werden ausschließlich lokal auf Servern im Landkreis verarbeitet. Sensible Daten gelangen nicht nach außen. 

Praxisnutzen: Mehr Sicherheit und Effizienz im Einsatz

Die Einführung von e*loquentia bringt einen erheblichen Mehrwert für die tägliche Arbeit in der Leitstelle. Disponenten können sich vollständig auf die inhaltliche Aufnahme des Notrufs konzentrieren, ohne durch Sprachbarrieren eingeschränkt zu werden.

Alle relevanten Informationen werden vollständig erfasst, dokumentiert und können ohne Zeitverzug in die Einsatzbearbeitung einfließen. Dies ermöglicht eine schnellere und zielgerichtetere Disposition von Rettungskräften und verbessert die Qualität der gesamten Rettungskette. 

Zugleich wird die Zusammenarbeit mit anderen Behörden, etwa der Polizei, erleichtert: Notrufe können inklusive aller relevanten Informationen direkt weitergegeben werden, auch dann, wenn sie ursprünglich in einer fremden Sprache erfolgt sind. 

Ein praktisches Beispiel aus dem Leitstellenalltag verdeutlicht den Nutzen: Ein polnischsprachiger Anrufer meldete über die Notrufnummer 112 einen Diebstahl an seinem Lkw. Mithilfe von e*loquentia konnte der Sachverhalt vollständig aufgenommen und präzise an die Polizei übermittelt werden. Ein Szenario, das ohne Übersetzungshilfe nur eingeschränkt möglich gewesen wäre. 

Die Anwendung ist intuitiv, leicht bedienbar und unterstützt die Disponenten spürbar in ihrer Arbeit. Die Rückmeldungen aus der Praxis sind durchweg positiv. Das System wird als echte Arbeitserleichterung wahrgenommen und regelmäßig genutzt.

Gemeinsame Entwicklung und starke Partnerschaft

e*loquentia entstand im Rahmen eines Pilotprojekts in enger Zusammenarbeit mit der  Firma e*Message aus Berlin. Das Unternehmen entwickelt seit über 25 Jahren Lösungen für die kritische Kommunikation und betreibt seit mehr als 15 Jahren das digitale Alarmierungsnetz des Landkreises für Feuerwehren, Rettungsdienste und den Katastrophenschutz. Aufbauend auf dieser bewährten Partnerschaft wurde e*loquentia gezielt an die Anforderungen der Leitstelle angepasst, wobei höchste Sicherheitsanforderungen von Beginn an berücksichtigt wurden. 

Herr Kraft, Sachgebietsleiter der Integrierten Leitstelle des Landkreises Börde, beschreibt die Zusammenarbeit mit der e*message W.I.S Deutschland GmbH wie folgt: „Aufgrund der langjährigen partnerschaftlichen Zusammenarbeit im Bereich der BOS-Alarmierung konnten wir gemeinsam ein sicheres, ausgereiftes und leicht zu nutzendes Spracherkennungs- und Übersetzungstool im Rahmen der kommunalen Digitalisierung entwickeln.“ 

Mehr Sicherheit für alle Bürgerinnen und Bürger

Mit dem Einsatz von e*loquentia wird ein zentrales Ziel erreicht: Jeder Mensch im Landkreis Börde kann im Notfall Hilfe erhalten, unabhängig von seinen Sprachkenntnissen. Betroffene können in der Sprache sprechen, in der sie sich sicher fühlen. Gleichzeitig verstehen die Disponenten alle wichtigen Inhalte sofort und können entsprechend handeln. Das schafft Vertrauen und zusätzliche Sicherheit, gerade in Ausnahmesituationen.

Mit der Einführung von e*loquentia setzt der Landkreis Börde ein starkes Zeichen für moderne, bürgernahe und effiziente Notfallkommunikation. Die Lösung überwindet Sprachbarrieren dort, wo es darauf ankommt, und trägt so entscheidend zu mehr Sicherheit und besserer Einsatzkoordination bei.

Letzte Aktualisierung: 04.11.2026 08:01 Uhr