Landkreis

ELER-Naturschutzprojekt des Landkreises Börde

Der Landkreis Börde erhielt am 16.04.2026 den Fördermittelbescheid von Staatssekretär Dr. Steffen Eichner (Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt) zur Grundlagenermittlung im Gewässersystem des „Großen Bruchs“ in Höhe von 134.470 Euro für den Bewilligungszeitraum vom 01.01.2026 bis 31.12.2027.

Der Zuwendungszweck: bezieht sich auf die Erfassung, Evaluierung und Zusammenstellung von Grundlagendaten für die Vorbereitung und Planung eines Projektes zum Wasserrückhalt im Niedermoorgebiet „Großes Bruch" für den Erhalt und die Optimierung des Naturschutzgebietes „Großes Bruch bei Wulferstedt" einschließlich dem schutzzweckbezogenen Erhalt der extensiven Grünlandbewirtschaftung. 

Dies beinhaltet konkret: Informationen über detaillierte Gelände und Wasserspiegellagen, die Datenerhebung zum hydrologischen Einzugsgebiet und Gewässersystem, Informationsgewinnung zum Wasserhaushalt und Abfluss (regionale Wasserbilanz), die Datenauswertung und -erfassung zu vorhandenen Böden und der Abgleich vorhandener Altdaten. 

Das Ziel ist der Erhalt möglicher Projektideen/-skizzen und deren erforderlichen Maßnahmen zum Wasserrückhalt im Naturschutzgebiet „Großes Bruch bei Wulferstedt“ nach Auswertung aller Daten unter der Maßgabe eine Verbesserung des NSG-Zustandes im Sinne der Schutzzwecke der Schutzgebietsverordnungen sowie der extensiven landwirtschaftlichen Nutzung der Grünländer.

Das Große Bruch ist ein Niedermoorgebiet, welches sich von Oschersleben über den Harzkreis bis nach Niedersachsen zieht. Kerngebiet aktueller Planungen liegt im Landkreis Börde und ist das seit 1981 festgesetzte ca. 800 ha große Naturschutzgebiet "Großes Bruch bei Wulferstedt". Das NSG ist geprägt durch ein verzweigtes Grabensystem, extensiv genutzte artenreichen Grünländer (Mähwiesen und Weiden), kleinflächige Extensiv-Äcker und naturnahe Waldbestände, Röhrichtbereiche, Feuchtwiesen sowie die zahlreichen vorwiegend linearen Gehölzstrukturen. Der Niedermoorkörper ist durch Komplexmelioration in den 70er Jahren stark beeinträchtigt und von zahlreichen Gräben durchzogen, diese sind mit einer Vielzahl von Bauwerken (Solschwellen, Staue, Durchlässe) geregelt. Erschwerend hinzu kommen die akuten Trockenjahre und die mangelnde Versorgung des Gebietes mit Wasser, welche fortschreitende negative Auswirkungen auf das Niedermoorgebiet haben. Die Böden trocknen weiter aus und die Degradierung der Moorböden schreitet kontinuierlich voran (Moorsackung).

Die Revitalisierung des Niedermoorkörpers dient umfänglich dem Biotop- und Artenschutz für die hier vorkommenden Schutzgüter und erfüllt gleichzeitig Klimaschutzziele als zukünftige CO² Senke durch das Aufhalten der Moormineralisierung und dem Initiieren des Moorwachstums durch angepasste Wasserstände. Auf den weiterhin landwirtschaftlich nutzbaren Grünlandflächen sollen die Erträge stabilisiert werden.

Letzte Aktualisierung: 17.04.2026 12:43 Uhr