Unter dem Leitmotiv „Zukunftsregion Landkreis Börde – Verflechtungsraum zwischen Bergbau und High-Tech“ wird der zweitgrößte Flächenlandkreis Sachsen-Anhalts ein innovatives Strategisches Regionalentwicklungskonzept (SREK) erarbeiten. Ziel ist es, die Transformationsprozesse zwischen Bergbaufolgelandschaft und der industriellen Dynamik durch den zu errichtenden „High Technology Park“ (HTP) im Osten aktiv zu gestalten.
Synergien nutzen: Vom Lappwaldsee bis zum High-Tech-Park
Der Landkreis steht vor einer historisch einmaligen Situation: Während im Westen mit dem Helmstedter Revier und dem entstehenden Lappwaldsee riesige Flächen aus der Bergbautradition in neue Freizeit- und Energieräume überführt werden, entstehen im Osten, im „Speckgürtel“ Magdeburgs, landesbedeutsame Industrieansiedlungen mit globaler Strahlkraft.
„Wir nutzen diese Bundesförderung, um die Handlungsfähigkeit unserer Region massiv zu stärken“, erklärt Landrat Martin Stichnoth. „Es geht darum, die Potenziale der weiten Ackerflächen und naturnahen Landstriche mit den Anforderungen moderner Hochtechnologie zu verflechten. Wir schaffen eine resiliente Einheit aus allen 13 Einheits- und Verbandsgemeinden – von Oebisfelde bis zum Sülzetal.“
Drei Grundpfeiler für die Lebensqualität der Bürger
Das SREK stellt die Lebenswirklichkeit der Menschen in den Mittelpunkt und fokussiert sich auf drei zentrale Handlungsfelder:
Daseinsvorsorge:
Wohnen & Identität:
Infrastruktur & Mobilität:
Sicherung der medizinischen Versorgung und Grundbedürfnisse trotz demografischen Wandels. Das Ziel sind gleichwertige Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land durch digitale Lückenschlüsse.
Steigerung der Attraktivität als Wohnstandort durch Verknüpfung von regionaler Baukultur, Denkmalpflege und modernen, wohnortnahen Arbeitsplätzen (Co-Working/Smart Industry).
Optimierung des ÖPNV und der Verkehrsnetze, um die Dispersität des Flächenlandkreises zu überbrücken. Zudem soll die Schlüsselfunktion der Börde beim nationalen Stromnetzausbau (Knotenpunkt Wolmirstedt) für die lokale Wertschöpfung genutzt werden.
Ein Netzwerk für die Zukunft
Ein entscheidender Faktor für den Erfolg des Projekts ist die Einbindung aller regionalen Akteure. In einer umfassenden SWOT-Analyse werden Stärken und Risiken bewertet, um eine maßgeschneiderte Strategie zu entwickeln. Dabei arbeitet der Landkreis eng mit den Kommunen, dem Kreistag und externen Netzwerkpartnern zusammen.
Mit dem Startschuss im März 2026 beginnt eine dreijährige Phase der intensiven Planung und Umsetzung, an deren Ende die Börde als nachhaltige, resiliente und wirtschaftlich starke Zukunftsregion stehen wird.
Besondere Bedeutung misst der zuständige Dezernent, Dr. Denis Gruber, dem Zuschlag aus Berlin bei. Er sieht in der Förderung nicht nur eine finanzielle Unterstützung, sondern eine entscheidende Weichenstellung für die kommenden Jahrzehnte: „Das Bundesprogramm „RegioStrat“ kommt für den Landkreis Börde genau zum richtigen Zeitpunkt.
Wir moderieren hier einen sehr spannendsten Transformationsprozess. „Diese 450.000 Euro ermöglichen es uns, über den Tellerrand der reinen Verwaltung hinaus strategisch zu agieren. Wir schaffen damit die methodische Basis, um die Daseinsvorsorge in der Fläche zu sichern und gleichzeitig als hochmoderner High-Tech-Standort wettbewerbsfähig zu bleiben. Für mich ist dieses Konzept der Schlüssel, um die Lebensqualität unserer Bürgerinnen und Bürger trotz demografischen Drucks nachhaltig zu stabilisieren.“
Laut Dr. Gruber sei es nun das vorrangige Ziel, die 13 Einheits- und Verbandsgemeinden so zu vernetzen, dass keine Region abgehängt wird. „Das SREK ist unser Fahrplan, um aus den räumlichen Distanzen des zweitgrößten Flächenlandkreises Sachsen-Anhalts durch intelligente Infrastruktur eine Stärke zu machen“, unterstreicht der Dezernent abschließend.