Borreliose

Was ist eine Borreliose?

Die Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung in Europa. Etwa 5-35 % der Zecken sind mit Borrelien befallen. Der Stich einer borrelienhaltigen Zecke führt bei 20-30 % der Betroffenen zu einer Entzündung. Eine Infektion kann von März bis Oktober erfolgen (bei entsprechenden Witterungsbedingungen evtl. auch früher und später), ein Gipfel besteht in den Monaten Juni und Juli.

 

Wo kommen Borrelien vor?

Die Borreliose ist global (nördliche Hemisphäre: Nordamerika, Europa und Asien) verbreitet. Es ist von einer Infektionsgefährdung in allen Teilen Deutschlands auszugehen, allerdings fehlen flächendeckende epidemiologische Untersuchungen.

 

Wie erfolgt die Infektion?

Die Übertragung erfolgt in Mitteleuropa durch Stiche der Schildzecke (Holzbock). Die Inkubationszeit (Zeit der Aufnahme der Erreger bis zur Erkrankung) nach dem Zeckenstich kann stark variieren:

  • Tage bis Wochen für Stadium I,
  • Wochen bis Monate für Stadium II
  • Monate bis Jahre für Stadium III.

Zu beachten ist, dass auch unterschiedliche Kombinationen auftreten können.

 

Welche Beschwerden treten auf?

Die Beschwerden und Symptome der Borreliose sind außerordentlich vielgestaltig. Eine spontane Ausheilung ist in jedem Krankheitsstadium möglich. Im klinischen Verlauf kann je des Stadium übersprungen werden.

  • Stadium I: Nach einem Zeckenstich entsteht an der Stichstelle eine kreisrunde Rötung. Kopfschmerzen und Unwohlsein können als Begleiterscheinungen auftreten.
  • Stadium II: Wochen bis Monate nach dem Zeckenstich können brennende Schmerzen oder Lähmungserscheinungen auftreten.
  • Stadium III: Die Beschwerden treten Monate bis Jahre nach der Infektion auf und können chronisch verlaufen. Am häufigsten sind die Kniegelenke betroffen, dann in abnehmender Häufigkeit Sprunggelenke, Ellenbogen-, Finger-, Zehen-und Handwurzelgelenke sowie Kiefergelenke.

 

Welche Maßnahmen der Diagnose werden durchgeführt?

Die Borreliose ist primär eine klinische Verdachtsdiagnose, die durch die Anamnese und die Labordiagnostik gestützt wird. In der Labordiagnostik steht der Nachweis spezifischer Antikörper im Serum und im Liquor an erster Stelle.

 

Wie verhalte ich mich nach einem Zeckenstich?

Bei Zeckenbefall muss die Zecke umgehend entfernt und die Wunde sorgfältig desinfiziert werden. Eine sofortige Vorstellung beim Hausarzt wird empfohlen.