Förderung zur amtlichen Beschilderung von Natura 2000 - Gebieten

Im Rahmen der ELER-Förderung (Europäischer Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raumes) wurden dem Landkreis als untere Naturschutzbehörde Fördermittel in der Höhe von 120.000,- € bewilligt.

Mit diesen Mitteln sollen zwischen Oktober 2021 und September 2022 mit insgesamt 600 Schildern die Natura 2000- Gebiete, Schutzzonen von Vogelschutzgebieten und sensible Uferbereiche der Elbe gemäß § 22 Abs.4 BNatSchG amtlich gekennzeichnet werden.

Natura 2000 zeichnet sich durch ein miteinander verknüpftes Netz von Schutzgebieten in der gesamten Europäischen Union aus, welches seit 1992 auf der Grundlage der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie; Richtlinie 92/43/EWG) errichtet wurde. Dieses Netz soll den länderübergreifenden Schutz gefährdeter wildlebender Tier- und Pflanzenarten sowie ihrer natürlichen Lebensräume gewährleisten.

Die Schilder sollen punktuell an den Zugängen der Schutzgebiete aufgestellt werden.

Nach § 22 Absatz 4 BNatSchG (Bundesnaturschutzgesetz) sind geschützte Teile von Natur und Landschaft zu registrieren und zu kennzeichnen. Die Eigentümer der betroffenen Grundstücke haben diese Maßnahmen zu dulden, soweit dadurch die Nutzung nicht unzumutbar beeinträchtigt wird (§ 65 Absatz 1 BNatSchG). Eine Abstimmung mit den Eigentümern zu den konkreten Standorten der Schilder ist vorgesehen.

Durch die Beschilderung werden die Schutzgebiete kenntlich gemacht, wodurch jeder die Möglichkeit erhält, sich zu informieren und an die entsprechenden Regelungen zu halten bzw. sein Verhalten anzupassen und so wesentlich zur Verbesserung des Erhaltungszustandes der Gebiete beizutragen.

Ein weiteres Ziel besteht darin, die Bevölkerung über die Natura 2000 – Schutzgebietskulisse und den Schutzstatus von Arten und Lebensraumtypen zu informieren.

Im Landkreis Börde wurden beispielsweise für Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie, wie Brenndolden-Auenwiesen (6640, Cnidion dubii), Waldlebensraumtypen, wie subatlantischer oder mitteleuropäischer Stieleichenwald (6190, Carpinion betuli) oder Salzwiesen im Binnenland (*1340), Natura 2000-Gebiete ausgewiesen. Der Anhang 2 der FFH-Richtlinie listet zusätzlich Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse auf, für deren Erhaltung besondere Schutzgebiete auszuweisen waren. Dazu gehören unter anderem Fischotter (Lutra lutra), Biber (Castor fiber albicus), Feldhamster (Cricetus cricetus), Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) oder der Rotmilan (Milvus milvus) als Art nach Anhang I der Vogelschutz-Richtlinie.

Nicht zuletzt soll eine höhere Akzeptanz und Sensibilisierung gegenüber der Schutzgebietskulisse Natura 2000 erreicht und damit ein effektiverer Schutz der Gebiete erreicht werden.