Übergang Schule Beruf im Landkreis Börde (RÜMSA)

Junge Menschen sollen zukünftig Berufsberatung und -begleitung entsprechend ihrer persönlichen Eignung und Neigung aus einer Hand, persönlich wie auch medial, im Landkreis Börde erhalten. Eine gut abgestimmte rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit der Agentur für Arbeit, des Jobcenters und der Jugendhilfe erleichtert den Weg in Arbeitswelt und eröffnet Zukunftsperspektiven für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Um das Gelingen des Projektes zu erreichen sind alle am Übergang beteiligten Partner wichtig. Mit einem Kooperationsvertrag zwischen dem Landkreis Börde, der Agentur für Arbeit Magdeburg, dem Jobcenter Börde und dem Landesschulamt wurde der Grundstein für die rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit gelegt.

Hauptziel ist es, dass alle Jugendliche ab 2020 persönliche und mediale Unterstützung am Übergang Schule-Ausbildung-Beruf erhalten. Das bereits bestehende Angebot wird in örtlichen Anlaufstellen im gesamten Landkreis erprobt und unter Berücksichtigung der Bedarfe der jungen Menschen und der Wirtschaft verstetigt.

 Teilziele:

  • Aufbau eines abgestimmten und möglichst lückenlosen Gesamtangebotes zur Berufswahlvorbereitung und Berufsorientierung
  • Aufbau einer internen Datenplattform zur rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit
  • Aufbau eines gemeinsamen Fallmanagements durch Agentur für Arbeit, Jobcenter und Jugendhilfe
  • Schaffung von dezentralen Beratungsmöglichkeiten im gesamten Landkreis
  • Verbesserte Wahrnehmung der regionalen Angebote am Übergang von Schule und Beruf durch Schaffung einer Webseite und die Nutzung sozialer Medien

Darstellung der Ziele: Übersicht mit Zeitstrahl

Die Zusammenarbeit der Partner wird durch die Koordinierungsstelle RÜMSA im Rahmen des Landesprogrammes RÜMSA unterstützt und begleitet. Das Projekt wird im Zeitraum vom 1. September 2017 bis zum 31. August 2019 aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes Sachsen-Anhalt gefördert sowie vom Landkreis Börde unterstützt.

 

Auftakt des Regionalen Übergangsmanagements (RÜMSA) im Landkreis Börde

Die Koordinierungsstelle im Landkreis Börde blickt auf eine gelungene Auftaktveranstaltung am 08.12.2017 zurück. Rund 60 Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunalpolitik, Schule, Jugendamt, Jobcenter, Agentur für Arbeit, regionalen Bildungsträgern sowie Wirtschafts- und Sozialpartnern beteiligten sich an dem Austausch in der Haldenslebener KulturFabrik. Neben der Vorstellung der regionalen Koordinierungsstelle wurden den zukünftigen Akteuren die Ziele und Aufgaben, aber auch die Chancen und Herausforderungen des Programms „Regionales Übergangsmanagement Sachsen-Anhalt“ (RÜMSA) vorgestellt.

 

Partner

Der Landkreis Börde, die Agentur für Arbeit Magdeburg, das Jobcenter Börde und das Landesschulamt Sachsen-Anhalt haben eine Kooperations- und Zielvereinbarung abgeschlossen. Zusammen mit weiteren Akteuren sollen auf dieser Basis die Unterstützungsstrukturen am Übergang Schule-Beruf stetig weiterentwickelt werden. Die RÜMSA-Koordinierungsstelle, welche die Zusammenarbeit der Partner im Bereich Übergang Schule-Beruf unterstützt und begleitet, ist an den Landkreis Börde angegliedert.

Agentur für Arbeit: Ein wichtiger Partner im Prozess der Berufswahlorientierung ist die Berufsberatung der Agentur für Arbeit, deren gesetzlicher Auftrag, die berufliche Orientierung und Erschließung geeigneter Ausbildungsmöglichkeiten einschließlich geeigneter Hilfen und Förderungen ist (SGB III).

Jobcenter Börde: Schwerpunkt der Tätigkeit ist die Integrationsarbeit mit jungen Menschen, um diese schnellstmöglich in eine Ausbildung oder in Arbeit zu vermitteln. Dabei sind alle Möglichkeiten der Beendigung oder Verringerung der Hilfebedürftigkeit auszuschöpfen (SGB II).

Kinder- und Jugendhilfe: Die Kinder- und Jugendhilfe orientiert sich am Ziel, junge Menschen in ihrer Entwicklung zu fördern und zu eigenverantwortlichen Persönlichkeiten zu erziehen Die Angebote und Leistungen der Jugendhilfe werden von freien Trägern der Jugendhilfe und von Trägern der öffentlichen Jugendhilfe erbracht ( (SGB VIII).

Landesschulamt: Eine zentrale Aufgabe der allgemeinbildenden Schulen ist die Sicherung der Ausbildungs- und Studienreife der jungen Menschen. Die Berufswahlvorbereitung ist ein wesentlicher Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit an Schulen.

.zib Zukunft in der Börde / Projektauftakt Praxisorientierte Berufswahl - Startklar für die Berufswahl

 

Mit den ersten Veranstaltungen in den Sekundarschulen Langenweddingen und Gröningen ist das Projekt „Praxisorientierte Berufswahl“ vor kurzem erfolgreich gestartet. Schülerinnen und Schüler erhalten Einblicke in verschiedene Berufsfelder und kommen mit Azubis und Ausbildern regionaler Unternehmen in Kontakt. Berufliche Perspektiven sollen so eröffnet werden. Die Praxisworkshops in den Schulen sind eine Säule des Projektes, es folgen Besuche in den Unternehmen und Praktika. Die ersten Betriebsbesichtigungen sind noch in diesem Schuljahr geplant, sodass interessierte Jugendliche bestenfalls bereits in den Sommerferien Praktika absolvieren können. Mit dem Vorhaben „zib – Zukunft in der Börde“ hat sich die Koordinierungsstelle des „Regionalen Übergangsmanagements Sachsen-Anhalts (RÜMSA)“  des Landkreises Börde die ganzheitliche Optimierung des Überganges von der Schule in den Beruf auf die Fahne geschrieben. Praxisorientierte Berufswahlunterstützung ist ein Teil. Ein zweites Projekt, das sich „Rückenwind“ nennt und mit aufsuchender Sozialarbeit Jugendliche wieder an das Sozialsystem heranführen soll, ist ein weiterer Teil. Außerdem wird es ab Mitte 2019 ein „.zib“-Informationsportal mit Daten und Fakten zum Übergang von der Schule in die Ausbildung und den Beruf geben.

Praxisorientierte Berufswahlunterstützung

Das Projekt schließt an das BRAFO-Projekt an und baut auf die Ergebnisse der Kompetenz- und Interessenbekundung auf. Schülerinnen und Schüler werden mit den bestehenden Angeboten und dem neu zu erprobenden Projekt frühzeitig vor ihrem Abschluss in ihrer Berufswahlkompetenz gefördert. Ziel ist es Schülerinnen und Schüler der achten und neunten Klassen unter Einbezug der Eltern und regionalen kleinen und mittelständischen Unternehmen die Möglichkeit zu geben, sich mit Berufsbildern und Ausbildungsunternehmen des Landkreises Börde zu beschäftigen und ihnen neue berufliche Perspektiven zu eröffnen. Das Projekt arbeitet an der Schnittstelle zwischen der Schule und der beruflichen Laufbahn und versucht dabei Jugendarbeitslosigkeit und Ausbildungsabbrüche zu vermeiden, die Zahl der unversorgten Ausbildungsbewerber/innen zu senken und auch dem regionalen Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Zuständig für die Umsetzung ist ein Trägerverbund, bestehend aus Rahn Education, dem VHS Bildungswerk, Nestor und den Euro-Schulen. Erstes Element stellen die Praxisworkshops, in denen die Schülerinnen und Schüler auf regionale Unternehmen, Azubis und Ausbildungsberufe treffen, dar. Aufbauend darauf wird es organisierte Betriebsbesichtigungen und Praktika geben. Insgesamt profitieren über 500 Schülerinnen und Schüler der Sekundarschulen im südlichen Teil des Landkreises sowie alle Förderschüler/innen in der Börde bis September 2021 von der Projektumsetzung.  „Praxisorientierte Berufswahl“ wird im Landesprogramm RÜMSA mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Sachsen-Anhalt gefördert und von der Agentur für Arbeit Magdeburg sowie dem Landkreis Börde kofinanziert.

Begleitende Angebote bis zum Übergang in die Ausbildung

In Deutschland gibt es 326 anerkannte Ausbildungsberufe – den „richtigen“ Beruf zu finden ist dabei ohne kompetente Anleitung, Orientierung und Beratung nicht immer einfach. Zur Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen, aufgrund mangelnder Kenntnisse über den Beruf oder leistungsmäßiger Überforderung, ist eine frühzeitige Heranführung an die Vielfalt des Ausbildungsmarktes erforderlich. Durch das Landesberufsorientierungsprogramm BRAFO erhalten Schülerinnen und Schüler in der siebten Jahrgangsklasse eine erste praxisorientierte Berufsorientierung. In der achten und/oder neunten Klasse absolvieren die Schülerinnen und Schüler ein zweiwöchiges Betriebspraktikum. Zur bestehenden Berufsorientierung gehören ebenfalls Angebote der Vor-Ort-Beratung in den Schulen und der Agentur für Arbeit.

Dokumente und Downloads